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Gott macht das bestimmt extra!

Was meint ihr? Ihr kennt eure Stärken, Begabungen, Neigungen und Charakter. Vielleicht wisst ihr sogar, dass in bestimmten Bereichen ihr echt gut seid und könnt Gott gut damit dienen. Vielleicht macht eure Arbeit in diesen Bereichen euch glücklich. Und dann schickt Gott euch einen Menschen, der zu euch überhaupt nicht passt! Und ihr müsst mit ihm fertig werden. Und du kommst mit deinen Stärken nicht mehr zurecht und musst total anders werden. Kennt ihr das? Uns geht es zumindest so. Diejenigen, die uns besser kennen, wissen, dass wir eher die intelektuelle Sorte sind. Das ist unsere Stärke - lesen, verstehen, erklären, diskutieren. Und das wäre sehr bequem in diesen Rahmen zu bleiben. Aber nein. Gott schickt zu unserer Gemeinde immer wieder Menschen mit geistiger Behinderung. Ja, schickt - das sieht nach Absicht aus. Gerade ist die Eine weggezogen (hat den lang ersehnten Platz in einer Gruppenwohnung mit Betreuung bekommen), zeitgleich ist eine Andere dazugekommen. Und ich glau...

Ein Gottesdienst mit "talka"

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"talka" ist ein lettisches Wort und es meint ein Treffen, wenn Menschen zusammenkommen um zu arbeiten, meistens um jemandem zu helfen. Wenn einer umzieht, renoviert oder mit der Kartoffelernte nicht fertig wird, macht er eine "talka". Die Ursprünge dieser Tradition liegen in der Sowjetzeit, als Schüler in den Kolektivwirtschaften (Kolchos) im Herbst bei der Ernte freiwillig helfen mussten. "Talka" ist auch das Richtige wenn man in der Gemeinde etwas zu tun hat. Diesmal waren es die Blätter auf dem Grundstück in Ieriki. Noch immer haben wir niemandem, der dort wohnen und das Haus pflegen könnte (GEBETSANLIEGEN!), also müssen wir die Blätter irgendwie selber wegkriegen. An einem grauen Sonntagmorgen fahren wir dorthin (der monatliche gemeinsame Gottesdienst beider Gemeinden war dran). Wir fühlten uns irgendwie mies. Wie soll man in solchen Momenten einen Gottesdienst leiten? (ja, denkt über diese Problematik nach) Und dann noch die grauen Wolken.. wenn ...

der vierte Bus

Die vierte Buslinie ist etwas Besonderes. Vielleicht sind alle öffentlichen Verkehrsmittel so, aber hier erlebt man mit Sicherheit Dinge, die einen entweder zum Schmunzeln oder zum Schimpfen bringt. Ich setze mich neben einem, der wie ein Türsteher aussieht. Daunenjacke, fast kahler Kopf. Egal, das ist ein freier Platz! Dieser jemand hat auch eine Tasche, die nach einer Laptoptasche aussieht. Er zieht irgendwelche Hefte raus. Ich bemerke, dass es um Aufgaben handelt. Ist es ein Russe, der lettisch lernt? Das wäre sehr nett. Ich fange an diesen Menschen zu mögen. Dann schaue ich genauer hin - er hat einen ganzen Stapel Hefte. Und es handelt sich sicherlich um eine Sprache. Moment, er hat einen roten Kugelschreiber... das ist ein Englishlehrer! Ist das meine Zukunft? In einem über-über-überfüllten Bus zu sitzen, Hefte zu korrigieren? Offensichtlich wenig Zeit zu haben? Aber trotzdem in jedem Heft etwas Nettes und Ermutigendes hinzuschreiben? Werde ich so tun? Werde ich jemals so tun m...

Arbeit und Katzen

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Bitte!? Katze, wie soll ich arbeiten? Hilf lieber stattdessen.   Hier, halt das Buch!

Die Gottesdienste heute

...waren nett. Ich musste frühzeitig aufstehen um zu heizen. Es hat gut geklappt. Ich habe noch nie Probleme damit gehabt - vielleicht habe ich in meinen Vorfahren einen Pyromanen oder zumindest einen Drachen? Der Gottesdienst an sich - kein Problem. Es nervt ein bisschen, wenn die Menschen die ganze Zeit etwas von einen wollen (Hast du ein Messer? Hast du das Brot? Wo ist die Stereoanlage?), aber ich verstehe dass meine Unmut nur in mir selber entsteht und nur mein Problem ist. Ich muss geduldiger werden. Eine gute, nicht zu lange Predigt über Hoffnung. Ich habe sogar etwas aufgeschrieben. Ein Mädchen hat ihre Mutter mitgenommen. Die Mutter geht normalerweise in einer charismatischen Gemeinde, aber da wird sie nicht immer willkommen geheißen, weil sie, obwohl sie gläubig ist, noch schwere Probleme mit Alkohol hat. War sie heute verkatert? Wahrscheinlich. Sie hat den Wunsch geäußert noch ein Loblied zu singen (seit kurzem werden Liedvorschläge direkt im Gottesdienst gemacht), aber...

einen Monat Strohwitwe

Ja, seit gestern bin ich ein Teil dieses Abenteuers. Der Grund dafür: Maris macht in Deutschland Reisedienste (predigt und erzählt über unsere Arbeit), aber ich bleibe hier. Ich studiere ja. Ich bin gespannt, wie ich mit dieser Aufgabe fertig werde. Jetzt muss ich an alles denken und alleine alles machen. Kein anderer wird aufräumen oder das Geschirr wegräumen, wenn ich es liegen lasse. Plötzlich sehe ich das Haus mit ganz anderen Augen. All die Arbeit, die ich sehe - die werde ICH ALLEINE machen. Meistens nach einem anstrengenden Studientag. Yeah. Aber vielleicht werde ich es schaffen alles zu beenden, wegzuräumen und dann - Ruhe? Weil alleine macht man auch weniger Dreck und Unordnung. Besonders, wenn man nicht zu Hause ist. Die Katze ist offensichtlich ins Wasser reingefallen und will bei mir jetzt auf dem Schoß. Nein, nein, denke gar nicht daran. Diesen Monat werde ich auch Dinge tun müssen, die ich bis jetzt nicht gemacht habe. Gestern habe ich zum ersten Mal ganz alleine geh...

Meine erste Studienwoche

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Das komischste ist es plötzlich in einer anderen Welt zu sein. Innerhalb einer Stunde werde ich von einer Gemeindegründerin in einer Kleinstadt zu einer frischen Studentin in der Großstadt. Und zurück. Wow. Und manchmal bin ich beides gleichzeitig. Was noch? Ich glaube, die für meinem Kurs zuständige Sachbearbeiterin ist Christ. Bei ihr hängt ein Poster für eine Sing- und Bet- Freizeit, die ich mir vorletzte Woche kurz angeschaut habe. Schön. Heute habe ich fast meinen Bus verpasst. Ich musste eine Stunde lang Schlange stehen um eine personalisierte digitale Karte für öffentliche Verkehrsmittel zu bekommen (ja, wir sind hier SO fortschrittlich). Als ich fast fertig war, musste ich schon zum Bus. ABER - davor hat ein  älterer Herr vor mir mich gebeten auf seinem Platz aufzupassen, weil er kurz die Fahrpläne anschauen wollte. Ich habe ihm diesen Gefallen getan. Als ich unter Zeitdruck stand aber schon fast dran war, hat er zugestimmt zu tauschen, dass ich vor ihm dran bin. Und ...